Gerüst Bezeichnungen und Begriffsbestimmungen

 Im Sinne dieser Fachregeln werden folgende Begriffe bestimmt und erläutert:


Arbeitsgerüste und Schutzgerüste

sind temporäre Baukonstruktionen, die mit Gerüstlagen unterschiedlicher Länge und Breite an der Verwendungsstelle aus Gerüstbauteilen zusammengesetzt, ihrer Bestimmung entsprechend verwendet und wieder auseinandergenommen werden können.

Arbeitsgerüste

sind Gerüste, von denen aus Arbeiten durchgeführt werden können. Sie haben außer den beschäftigten Personen und ihren Werkzeugen auch das jeweils für die Arbeiten erforderliche Material zu tragen.

Schutzgerüste

sind Gerüste, die als Fang­ oder Dachfanggerüste Personen gegen tieferen Absturz sichern oder als Schutzdächer und Arbeitsgerüste mit Bekleidung Personen, Maschinen, Geräte u. a. vor herabfallenden Gegenständen schützen.

Systemgerüste

sind Arbeits und Schutzgerüste aus vorgefertigten Bauteilen, für die einige oder alle Systemmaße durch fest an den Bauteilen angebrachte Verbindungen oder Verbindungsmittel vorgegeben sind. Sie werden unterschieden in Rahmengerüste und Modulgerüste.

Traggerüste und Sonderkonstruktionen

Traggerüste kommen meist als hilfsgerüst im Brückenbau zum einsatz. Sonderkonstruktionen können ebenso im Brückenbau zum einsatz kommen z.b. als Hängekonstruktion (Hängegerüst) bei diesen Gerüsten wird meist eine Statik benötigt, und können nicht immer nach der Regelausführung gebaut werden !


Rahmengerüste

sind Gerüste, bei denen mindestens senkrechte oder waagerechte Tragglieder als Rahmen hergestellt sind. Sie werden auch als Fassadengerüste Bezeichnet, Diese werden nach m2 Abgerechnet.

Fassadengerüste

sind Standgerüste mit längenorientierten Gerüstlagen vor Fassaden oder wandartigen Flächen. Diese werden nach m2 Abgerechnet.

Beispiel: Fertiges Rahmengerüst / Fassadengerüst

Fassadengerüst Fassadengerüst Ansicht 2

Modulgerüste

sind Gerüste, bei denen an den Ständern in regelmäßigen (Modul­) Abständen vorgefertigte Knotenpunkte angebracht und zum Befestigen anderer Gerüstbauteile bestimmt sind. Sie werden auch als Raumgerüste Bezeichnet, Diese werden nach m3 Abgerechnet.

Raumgerüste

sind Standgerüste mit flächenorientierten Gerüstlagen. Diese werden nach m3 Abgerechnet.

Beispiel: Modulgerüst im Aufbau

Raumgerüst Standgerüst
Beschreibung:

1. Seitenschutz als Anschlagpunkt für PSAgA

2. System-beläge

3. Montage Bohlen

4. Horiontalriegel als Anschlagpunkt für PSAgA


Regelausführung ist die Gesamtheit der durch die Norm (z. B. DIN EN 12810, DIN 4420­3) und Bauartzulassung festgelegten Gerüstgestaltung für welche die Bemessung und Überprüfung durchgeführt wurde.

Erläuterungen:

Für die Regelausführung einer Systemgerüstkonfiguration hat der Gerüsthersteller einen Standsicherheitsnachweis erbracht und eine Aufbau- und Verwendungsanleitung erstellt.


Algemeines zu Gerüstklassen

Arbeitsgerüste werden nach Tabellen 1, und 2 der DIN EN 12811­1 in BreitenDIN EN 12811­1, klassen, und Lastklassen eingeteilt. Konsolbelagflämüssen zur gleichen Lastklasse wie die Belagflächen des Hauptbelagesgehören. Bei einem Höhenunterschied von mehr als 0,25 m zwischen den Belagflächen und den Konsolbelagflächen dürfen unterschiedliche Lastklassen gewählt werden. Die Breitenklasse und Lastklasse für die Gerüstlagen muss der Art der auszuführenden Arbeit entsprechen.

Gerüst Breitenklasse

 

Breitenklasse

w in m

W06

0,6 ≤ w < 0,9

W09

0,9 ≤ w < 1,2

W12

1,2 ≤ w < 1,5

W15

1,5 ≤ w < 1,8

W18

1,8 ≤ w < 2,1

W21

2,1 ≤ w < 2,4

W24

2,4 ≤ w

Gerüst Lastklasse

 

Lastklasse

Gleich- mäßig  verteilte Last

Auf einer Fläche von 500 x 500 mm konzentrierte Last

Auf einer Fläche von  200 x 200 mm konzentrierte Last

Teilflächenlast

 

Teil- flächenfaktor

 

q1 kN / m2

F1 kN

F2 kN

q2 kN / m2

ap

1

0,75

1,50

1,00

2

1,50

1,50

1,00

3

2,00

1,50

1,00

4

3,00

3,00

1,00

5,00

0,4

5

4,50

3,00

1,00

7,50

0,4

6

6,00

3,00

1,00

10,00

0,5

Anmerkung:

Nach den Zulassungsgrundsätzen des DIBt wird für Fassadengerüste der Lastklassen 4 und größer eine Systembreite von SW 09 gefordert. Entsprechend DIN EN 12810-1 ist mit der Systembreite (SW) der lichte Abstand „c“ zwischen den Ständern gemeint und nicht die Breite „w“ der Gerüstlage.


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